Aus dem Verband/ Pressemitteilungen

Museumsverband Thüringen fordert anlässlich des Internationalen Museumstags Öffnungsstrategie für die Museen

Erfurt, 12. Mai 2021   Anlässlich des Internationalen Museumstags, der in Deutschland am 16. Mai 2021 begangen wird, fordert der Museumsverband Thüringen e. V. eine Öffnungsstrategie für alle Thüringer Museen. „Wir sind dankbar, dass die Inzidenzen sinken. Das ist der Moment, in dem Schritte für eine baldige Wiederöffnung vorbereitet werden sollten. Dafür muss es rechtzeitig eine für alle Museen umsetzbare Strategie geben“, so Verbandspräsident Dr. Thomas T. Müller. Der Museumsverband fordert deshalb von der Politik ab einem klar definierten Inzidenzwert konkrete Szenarien für einen vereinfachten Neustart unter Einhaltung jener Hygienemaßnahmen, die sich bereits bei der ersten Wiederöffnung 2020 bewährt hatten. Aus Sicht des Verbandes wird es vor allem den kleinen und mittleren Museen nicht möglich sein, eigene Testzentren – wie beispielsweise im Umfeld der BUGA – einzurichten. „Wir sind hier bereits mit der Staatskanzlei im Gespräch und hoffen auf eine ähnlich konstruktive Zusammenarbeit wie im vergangenen Jahr“, so Müller.

Da die Inzidenzen in Thüringen aktuell jedoch noch deutlich über 100 (auf 100.000 Einwohnern) liegen, kann der Internationale Museumstag in diesem Jahr leider noch nicht mit echten Museumsbesuchen begangen werden. Und doch laden die Museen die Besucher zu virtuellen Erkundungen, exklusiv veröffentlichten Videos oder einer hochkarätig besetzten Diskussion im Netz ein. So lassen sich am 16. Mai zum Internationalen Museumstag von zu Hause aus „Museen entdecken“, wie das Motto des Internationalen Museumstags lautet. Er wurde vom Internationalen Museumsrat ICOM 1978 ins Leben gerufen, um auf die thematische Vielfalt von Museen aufmerksam zu machen.

Online-Premieren zum Internationalen Museumstag

Das Astronomiemuseum Sonneberg präsentiert am Internationen Museumstag eine Video-Dokumentation über das berühmte Sonneberger Plattenarchiv. Es umfasst rund 300.000 Fotos des gestirnten Himmels. Der Astronom Cuno Hoffmeister hatte 1923 die erste Fotoplatte des nördlichen Sternenhimmels in der Sternwarte Sonneberg belichtet. Sie wurde zur Grundlage für das zweitgrößte astronomische Fotoplatten-Archiv der Welt. Das Plattenarchiv wird am 16. Mai um 8 Uhr am Morgen freigeschaltet (https://t1p.de/Astronomiemuseum-Sonneberg).

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Herkunft im Fokus – Forschung in den Thüringer Museen

Tag der Provenienzforschung: Projekte des Museumsverbands Thüringen e.V. 

Erfurt, 13. April 2021. Der zweite Mittwoch im April ist der offizielle „Tag der Provenienzforschung“. In diesem Jahr fällt er auf den 14. April 2021. Für den Museumsverband Thüringen e.V. (MVT) hat dieser Tag einen hohen Stellenwert, denn diese Erforschung der Objektherkunft ist auch in Thüringen ein Schwerpunkt der aktuellen Museumsforschung geworden. Der MVT schließt in ein einigen Tagen ein Projekt ab, ein weiteres läuft aktuell. Ab Juni werden sich zwei wissenschaftliche Mitarbeiter in der Geschäftsstelle des MVT ausschließlich diesem wichtigen Thema widmen.

„Provenienzforschung ist heute eine der Kernaufgaben von Museen, die in der Alltagspraxis aufgrund der personellen Struktur allerdings oft nur schwer umsetzbar ist“, erläutert der Präsident des MVT, Dr. Thomas T. Müller. „Hier will der Verband nun ansetzen und insbesondere die kleineren und mittelgroßen Museen unterstützen“, erklärt er. Aus diesem Grund wurde im Frühjahr 2020 erstmals ein „Erstcheck NS-Raubgut“ beim Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste erfolgreich beantragt. Sarah-Mae Lieverse untersuchte sechs Monate lang in vier kommunalen Thüringer Museen (Sommerpalais Greiz, Stadtmuseum Camburg, Städtische Museen Nordhausen, Museum642-Pößnecker Stadtgeschichte), ob in ihren Sammlungen Hinweise auf Raubgut aus NS-Zeit vorhanden ist. Die Ergebnisse werden demnächst präsentiert.

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Besuchszahlen der Thüringer Museen 2020

Die Corona-Pandemie hat die Besuchszahlen der Thüringer Museen deutlich reduziert. Doch trotz monatelanger Schließzeiten und ausgefallener Veranstaltungen verzeichneten die Museen mehr als 1,9 Millionen Besuche im Jahr 2020, wie die aktuelle Erhebung des Museumsverbandes Thüringen e. V. (MVT) zeigt. Während der Schließzeiten haben die Thüringer Museen zudem intensiv hinter den Kulissen gearbeitet. Die Sorgen um finanzielle Kürzungen durch die Träger sind aber weiterhin groß.

In den letzten Jahren lagen die Besuchszahlen der Thüringer Museen stets zwischen 3,5 und 4,2 Millionen mit einem weitgehenden Aufwärtstrend. Die beiden Lockdowns seit März 2020 haben diesen beendet. Dennoch sind die Zahlen für 2020 mit über 1,9 Millionen Besuchen höher als erwartet, zumal ca. zehn Prozent der Mitgliedsmuseen keine Zahlen eingereicht haben. Dabei verzeichneten die besuchsstärksten Museen einen deutlich geringeren prozentualen Rückgang der Besuchszahlen als die kleinen und eher wenig besuchten Häuser.

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Internationaler Museumstag 2021

Bestellung von Plakaten und Werbemitteln

Die Situation rund um die Coronavirus-Pandemie bleibt weiter angespannt, doch je nach Inzidenz können die Museen in einigen Bundesländern wieder öffnen. Auch wenn weiterhin unklar bleibt, wie die Lage am Internationalen Museumstag, der am 16. Mai 2021 stattfindet, aussehen wird, möchte der Deutsche Museumsbund e.V. die Museen individuell unterstützen.

Der DMB bietet daher kostenlos Plakate zur Bewerbung des Tages an. Die Plakate können über die Datenbank zum Museumstag selbständig von den für den IMT21 registrierten Museen bestellt werden. Egal, ob das Museum digital oder analog am Museumstag teilnimmt, mit den Plakaten kann es darauf aufmerksam machen und zeigen: Wir sind dabei! Wir laden zum Entdecken ein – ob geöffnet oder geschlossen, analog oder digital.

Die Bestellfrist geht bis zum 11. April 2021. Im Anschluss werden die Plakate produziert und versendet, sodass sie Anfang Mai zugestellt werden können.

Außerdem stehen auf https://museumstag.de/fuermuseen/werbemittel/ analoge sowie digitale Werbemittel zum Download zur Verfügung.

Was die Beteiligung betrifft, so sind in der Datenbank bereits knapp 200 Museen mit über 450 digitalen Aktionen angemeldet, das Angebot finden Sie unter https://www.museumstag.de/digital/. Auch analoge Aktionen werden eingetragen: Ca. 200 Museen mit aktuell 422 analogen Aktionen haben sich registriert. Auch dieses Angebot wird der DMB in Kürze veröffentlichen.


Museumsverband Thüringen e. V. untersucht außereuropäische Sammlungen in Thüringer Museen

Der Museumsverband Thüringen e. V. (MVT) untersucht zwischen Februar und Juni 2021 die außereuropäischen Bestände ausgewählter Thüringer Sammlungen. Das Projekt schließt damit an den „Erstcheck“ an, in dessen Rahmen der MVT vier Thüringer Museen auf Hinweise auf NS-Raubkunst durchleuchtet.

Seit 1. Februar 2021 bestimmt Friederike Brinker im Auftrag des Museumsverbands Thüringen e. V. die außereuropäischen Objekte im Lindenau-Museum und im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg, im Stadtmuseum Saalfeld und im Schlossmuseum Sondershausen. Da es für diesen Sammlungsbereich in Thüringen nur wenige Fachwissenschaftler gibt, wurden diese Objekte bislang kaum erforscht. Dank einer großzügigen Förderung der Thüringer Staatskanzlei ändert sich das nun.

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Stellungnahme des Museumsverbandes Thüringen e. V. zum Gesetzesentwurf für die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Der Museumsverband Thüringen e. V. (MVT) sieht in der Änderung des Gesetzes über die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten eine große Chance, sofern die Charakteristika und Bedürfnisse der Museen im Freistaat bedacht werden. Welche Aspekte genau berücksichtigt werden sollten, hat der MVT in einer Stellungnahme beschrieben.

Am 18. Dezember 2020 erhielt der Museumsverband Thüringen e. V. von Elke Harjes-Ecker, Abteilungsleiterin der Abteilung Kultur und Kunst der Thüringer Staatskanzlei, Unterlagen zu den geplanten Gesetzesänderungen zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, zur Klassik Stiftung Weimar und zur Kulturstiftung Thüringen mit Bitte um Stellungnahme. Dieser Bitte ist der MVT Ende Januar 2021 nachgekommen.

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Internationaler Museumstag 2021

Die Aktionsdatenbank zum Museumstag ist online und steht unter https://www.museumstag.de  zum Entdecken zur Verfügung. Bereits knapp 100 digitale Aktionen laden zum digitalen Museumsbesuch ein und verkürzen damit die Wartezeit bis zum Museumstag am 16. Mai 2021. Neben digitalen Angeboten wurden in der Datenbank auch bereits erste analoge Aktionen eingetragen, die Museen sind also zuversichtlich, im Mai wieder Besucher empfangen zu dürfen. Wir hoffen das natürlich auch und werden die analogen Angebote freischalten, sobald eine Öffnung der Museen beschlossen ist.

Auch weiterhin sind alle Museen eingeladen, Ihre digitalen und analogen Aktionen in die Datenbank einzutragen.

Ausführlichere Informationen finden Sie hier.


Thüringer Museumsheft 02/2020 zum Thema „Entsammeln“ erschienen

Museen sind die Hüter ihrer Objekte. Doch wenn die Depots überfüllt sind, die Objekte von Schaden bedroht sind oder schlicht nicht zum Sammlungskonzept passen, müssen sich Museen auch von Kulturgütern trennen. Wie Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter das Entsammeln unter strategischen, wissenschaftlichen und konservatorischen Bedingungen umsetzen können, erklärt die neue Ausgabe der Thüringer Museumshefte. Die Autorinnen und Autoren zeigen verschiedene Entsammlungsstrategien und die Ergebnisse von Entsammlungsmaßnahmen anhand konkreter Beispiele. Darüber hinaus präsentiert das Thüringer Museumsheft 02/2020 aktuelle Projekte der Thüringer Museen und blickt auf das „Coronajahr“ zurück. Und als neue Kategorie der Museumshefte stellt es in der Rubrik „Personalia“ neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Thüringer Museen und verabschiedet diejenigen, die in den verdienten Ruhestand gehen.

Das Heft finden unsere Mitglieder Ende Dezember oder Anfang Januar in ihren Briefkästen. Online können Sie es hier lesen

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Museumsverband Thüringen sieht die Entscheidung über Gelder aus der Schlösserstiftung als große Chance, fordert die Politik aber auch dazu auf, mehr fachlichen Rat einzuholen

Erfurt, 30. November 2020. Am vergangenen Donnerstag entschied der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestag über die Verwendung der für die ursprünglich geplante Kulturstiftung Mitteldeutschland Schlösser und Gärten vorgesehenen Mittel. Der Museumsverband Thüringen e. V. ist nicht erfreut, dass diese für die Thüringer Museumslandschaft essentielle Entscheidung über so hohe Investitions- und Projektmittel letztlich auf Bundesebene in einem rein politischen Prozess getroffen wurde.

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Stellungnahme des Museumsverbandes Thüringen (MVT) zum erneuten Lockdown für die Museen

Mit einem gewissen Unverständnis und großem Bedauern hat der Museumsverband Thüringen e. V. zu Kenntnis nehmen müssen, dass deutschlandweit erneut auch die Museen unter den neuerlichen Lockdown fallen werden. Obgleich in Thüringen bislang kein einziger Ansteckungsfall im Kontext eines Museumsbesuches bekannt geworden ist, werden auch hier die Museen ab der kommenden Woche geschlossen. „Die Thüringer Museen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und haben das in den vergangenen Monaten erfolgreich bewiesen“, so Dr. Thomas T. Müller, Präsident des Museumsverbands. Seit der Wiederöffnung im April haben die Museen keine Massenveranstaltungen mehr durchgeführt. In allen Häusern wurden zudem ausgefeilte Infektionsschutzkonzepte umgesetzt, mit denen dosierte und sichere Zugänge zu den musealen Kultur- und Bildungsangeboten ermöglicht wurden. „Ein Museumsbesuch ist unserer Meinung nach sicherer als das Einkaufen oder ein Friseurbesuch“, so Müller weiter.

In diesem Zusammenhang hat sich der Verband bereits gestern direkt an Kulturminister Prof. Dr. Benjamin Hoff gewandt und ihn mit Verweis auf das ausgewogene und bewährte gemeinsame Hygienekonzept des MVT und der Thüringer Staatskanzlei gebeten, eine schnellstmögliche Wiederöffnung der Museen zu prüfen. Eine baldige signifikante Verbesserung der pandemischen Gesamtlage im Freistaat vorausgesetzt, könnten die Museen aus Sicht des Verbandes – wie bereits im Frühjahr – erneut als Vorreiter fungieren.

In seiner Antwort erklärte der Minister unter Vorbehalt eventuell anderslautender gesetzlicher Bestimmungen, bei der Überprüfung des Lockdowns nach 14 Tagen die Optionen für eine mögliche Öffnung der Museen im Blick zu behalten. Bei einer Telefonkonferenz der größeren Thüringer Kulturverbände mit dem Kulturminister am heutigen Vormittag wurde angekündigt, dass in Thüringen angestrebt werde, Bildungsangebote für Sporteinrichtungen und Kulturinstitutionen weiterhin zu ermöglichen. Das gelte auch für die Museen trotz der Schließung für den regulären Museumsbetrieb. Nähere Informationen hierzu werden in der kommenden Woche erwartet.

Bei seiner Pressekonferenz im September hatte der MVT darauf hingewiesen, dass bereits die Schließung im Frühjahr gerade für die privaten und vereinsgetragenen Museen in Thüringen mit einem hohen Eigenfinanzierungsanteil eine Bedrohung ihrer Existenz darstellte. Diese Situation könnte sich nun weiter beschleunigen. Der Museumsverband warnt zudem davor, dass sich durch den neuerlichen Lockdown die Steuerausfälle der Kommunen und damit die negativen Auswirkungen auf alle Museen im Freistaat weiter verschärfen.

 


Wir trauern um

Hildegard Heine

1966−2020

Mitte Oktober erreichte die Geschäftsstelle des Verbandes die traurige Nachricht, dass unsere Museumsberaterin Hildegard Heine plötzlich und unerwartet verstorben ist. Frau Heine hat die Museen seit Oktober 2018 in sammlungspezifischen Belangen beraten. Ihr viel zu früher Tod im Alter von 54 Jahren macht uns alle fassungslos.

Mit sehr viel Engagement widmete sich die Diplom-Restauratorin ihrer Aufgabe, die Thüringer Museen in den Bereichen Sammlung und Depot zu unterstützen. Dafür brachte sie ein bemerkenswertes Fachwissen mit, das sie während ihres Studiums in Köln, Barcelona und Bonn erworben hatte. Sie verfügte über umfangreiche Berufserfahrungen aus Tätigkeiten in den USA und Kanada, für die Kunst- und Ausstellungshalle und das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn oder das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin.

Die Geschäftsstelle des Museumsverbandes verliert mit ihr eine versierte Restauratorin, die sich für ihr Aufgabengebiet begeisterte und leidenschaftlich für eine Verbesserung der Aufbewahrungsbedingungen der uns anvertrauten Exponate zu streiten wusste. Wir werden Hildegard Heine als Kollegin mit viel Herz und Charakter sehr vermissen und ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Thomas Müller, Franziska Zschäck, Dr. Roland Krischke

 

 


Empfehlung aus der Geschäftsstelle

Handreichung Kulturelles Erbe digital – eine kleine Rechtsfibel

Kunst- und Kulturinstitutionen beschäftigen sich zunehmend mit der Digitalisierung ihrer Sammlungen, auch und gerade im Angesicht der Pandemie 2020. Dabei spielen nicht nur technische und organisatorische Fragen eine Rolle, vor allem rechtliche Aspekte führen oft zu Unsicherheit bei der digitalen Zugänglichmachung der Daten.

Um diesen Unsicherheiten kompakt zu begegnen, gibt digiS die “Rechtsfibel” in Zusammenarbeit mit iRights und Paul Klimpel als Autor heraus. Darin werden unter anderem konkrete Fragen des Urheberrechts zu verschiedenen Objektgattungen, Lizenzfragen, Persönlichkeitsrecht und Datenschutz, die Online-Präsenation von Digitalisaten und zur Archivierung behandelt.

Die Handreichung soll Mitarbeiter*innen in Kultur(-erbe)einrichtungen ermutigen, sich mit den rechtlichen Fragen bei der Digitalisierung auseinanderzusetzen, indem sie die vielen Facetten dieses Bereichs verständlich darstellt.

Die Handreichung in der aktuellen Fassung ist zu finden unter: https://www.digis-berlin.de/wissenswertes/rechtsfibel/


Erstcheck – Provenienzforschung nach NS-verfolgungsbedingtem entzogenem Kulturgut an vier Thüringer Museen

Anfang September 2020 startete der sogenannte Erstcheck und ist damit der erste seiner Art in Thüringen. Ziel dieser Untersuchung ist es, zu prüfen, ob ein Bedarf an Provenienzforschung zu in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig entzogenen Objekten besteht. Dazu werden verdächtige Objekte sowie solche mit unklarer Herkunft identifiziert. Im Zentrum stehen Stücke, die während der NS-Zeit, also zwischen 1933 und 1945 in die Sammlungen gekommen sind. Im Fall positiver Befunde avisiert der Museumsverband ein Anschlussprojekt, das die Verdachtsfälle klären bzw. eine angemessene weitere Vorgehensweise ermöglichen soll.

Die Provenienzforscherin Sarah-Mae Lieverse wird bis Januar 2021 im Stadtmuseum Camburg, der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, den Städtischen Museen Nordhausen und dem Museum642 – Pößneckner Stadtgeschichte nach diesen Hinweisen suchen. Die vier Museen befinden sich in kommunaler Trägerschaft. Sie sind vor der NS-Zeit gegründet worden bzw. aus Einrichtungen hervorgegangen, die bereits vor der NS-Zeit bestanden. Daher liegt es im Bereich des Möglichen, dass sich in diesen Museen NS-Raubgut unerkannt befindet.

Der Museumsverband Thüringen e. V. erhofft sich zudem Erkenntnisse zur Geschichte des Freistaats und der Museen, ihren Sammlungen und über personelle Verflechtungen der Museumsleiter und der örtlichen Akteure in der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Erstcheck des Museumsverband Thüringen e. V. bildet den Auftakt für eine kontinuierliche und weiterführende Erforschung zur systematischen, flächendeckenden und nachhaltigen Suche nach NS-Raubgut im Freistaat Thüringen.

Die finanzielle Förderung mit Bundesmitteln erfolgt durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.


Museumsverband Thüringen verleiht Bernhard-von-Lindenau-Medaillen an Christa Hirschler und Sabine Hofmann

Christa Hirschler, ehemalige Leiterin des Schlossmuseums Sondershausen, und Sabine Hofmann, stellvertretende Direktorin des Lindenau-Museums Altenburg, wurden am 17. September 2020 mit der Bernhard-von-Lindenau-Medaille des Museumsverbands Thüringen ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Residenzschloss Altenburg im Rahmen des diesjährigen Verbandstags des MVT statt. Mit der Medaille würdigt der Museumsverband seit nunmehr 25 Jahren einmal im Jahr Personen, die außerordentliche Leistungen für das Thüringer Museumswesen erbracht haben.

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Thüringisch-Hessischer Museumspreis 2020 an zwei Thüringer Museen verliehen

In diesem Jahr wird der Museumspreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zum zehnten Mal vergeben. Die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt erhält den mit 25.000 Euro dotierten Museumspreis selbst, zwei Förderpreise gehen an das das Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg und das „RadWerk – Kulturstätte am Main“ in Klein-Auheim.

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Digitales Landesmuseum Thüringen gelauncht

Am 16. September 2020 hat der Museumsverband Thüringen gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sein Digitales Landesmuseum Thüringen (DLMT) eröffnet. Zum 100-jährigen Bestehen des Freistaats präsentiert es den digitalen Besuchern einen Ausschnitt aus den Schatzkammern der Thüringer Museumslandschaft.

„Das DLMT ist unser Geschenk an den Freistaat Thüringen zu dessen 100-jährigem Bestehen, an seine Bewohnerinnen und Bewohner und natürlich an alle Interessierten“, erklärt der Präsident des Museumsverbands Thüringen Dr. Thomas T. Müller. „Ein wunderbares Geschenk zum 100. Geburtstag der „Vereinigten Staaten von Thüringen“, nannte Ministerpräsident Bodo Ramelow das DLMT während der Pressekonferenz im Erfurter Angermuseum. Er zeigte sich begeistert von dessen Möglichkeiten für die Vernetzung und Sichtbarmachung der Thüringer Museumslandschaft.

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Die Ausnahmeregelung für Stickstoff kommt!

Unser Einsatz hat sich gelohnt! Es wird nationale Ausnahmegenehmigungen für die Verwendung von Stickstoff bei der Schädlingsbekämpfung geben. Dies haben die knapp 1.500 Institutionen und Einzelpersonen aus der gesamten EU erreicht, die sich im Anhörungsverfahren geäußert hatten. 76% der Stellungnahmen kamen aus Deutschland…

Mehr dazu finden Sie unter https://www.restauratoren.de/die-ausnahmegenehmigung-fuer-stickstoff-kommt/


Änderung der Kassensicherungsverordnung

Seit dem 1.1.2020 gelten neue Vorschriften für „elektronische Aufzeichnungssysteme, die Kassenfunktion haben”. Aus einigen kleinen Museen erreichten uns Anfragen, ob einfache Kassen „in der Schublade“ weiterhin zugelassen sind: Da die neue Verordnung sich nur auf elektronische Aufzeichnungssysteme mit Kassenfunktion bezieht, dürfen sie weiterhin verwendet werden.

Nur mit elektronischen Aufzeichnungsystemen erzeugte Daten müssen durch eine zerti­fizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) gesichert werden. Es besteht eine Pflicht zur Ausgabe von Belegen. Die Kassensysteme und TSEs müssen beim Finanzamt ange­meldet und bei einer Außerbetriebnahme ebenso wieder abgemeldet werden.

Betroffen sind computergestützte Kassensysteme oder Registrierkassen oder Sys­teme, wenn diese der Erfassung und Abwicklung von zumindest teilweise Baren Zah­lungsvorgängen dienen könnten. Dies ist unabhängig davon, ob die Geräte eine Geld­lade haben oder nicht. Können mit einem Gerät Grundaufzeichnungen erstellt werden oder bare Zahlungsvorgänge erfasst werden greift hier die TSE Pflicht.

Das bedeutet, dass auch bei Verwaltungsarbeitsplätzen, an denen Buchungen vorge­nommen werden, die Kassensicherheitsverordnung greift. Hierbei ist es irrelevant, ob die Geräte gemietet, geleast oder gekauft sind, es zählt ausschließlich die Möglichkeit der Nutzung.

Nicht betroffen sind jedoch Fahrscheinautomaten, Fahrscheindrucker, elektronische Buchhaltungs-programme, Taxameter, Automaten oder sonstige Geräte.


Quick Guide Biozide – Kurzinformation für den Verdachtsfall

Aus aktuellem Anlass wurde von der AG Schadstoffe im MVT eine Kurzinformation zum Verhalten bei dem Verdacht auf Biozide im Museum erarbeitet.

Auf zwei DIN A4-Seiten sind in aller Kürze allgemeine Informationen zu Bioziden, Expositionswegen, Vorkommen und Erkennung zusammengestellt. Außerdem werden die Verhaltensregeln im Verdachtsfall, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Schutzmaßnahmen sowie Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, rechtliche Grundlagen und weiterführende Literatur beschrieben.

In ihrem ureigenen Interesse sind die Mitgliedsmuseen bzw. deren Träger angehalten für die Verbreitung der Kurzinformation in ihren Einrichtungen zu sorgen. Entweder indem sie als Ausdruck direkt an die Mitarbeiter verteilt wird und/oder für alle Mitarbeiter sichtbar an zentralen Stellen (z.B. Pausenraum, Umkleide, Depottüren, Zugängen zu Dachstuhl oder Keller u.ä.) aufgehängt wird.

Hinweis: Betroffene Museen/Träger können sich im Verdachtsfall  zuallererst an die Unfallkasse Thüringen wenden, die erste kostenfreie Messungen von Gefahrstoffen an Arbeitsplätzen vornimmt.