Pressemitteilungen

Ergebnisbericht zum Austausch mit Versicherungen- DMB

Die Arbeitsgruppe „Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Museum” ist am 12. September mit Vertreterinnen und Vertretern der Versicherungsbranche in einem virtuellen Treffen zusammen gekommen, um zu überlegen, welche Handlungsempfehlungen Museen im Bereich Versicherungsschutz und Objekt-Handling gegeben werden können.

Die Ergebnisse des Austausch-Treffens können hier nachgelesen werden.


Praktische Handlungsempfehlungen zur Energieeinsparung – DMB

In Anbetracht der Energieknappheit sind die Museen aufgefordert, Ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Um die Museen dabei zu unterstützen, hat der Deutsche Museumsbund eine Liste mit Handlungsempfehlungen und Energiespartipps zusammengestellt.

Zu den Energieeinsparhinweisen gelangen Sie hier: https://www.museumsbund.de/energieeinsparungen-jetzt-praktische-handlungsempfehlungen-umsetzen/


Handlungsempfehlungen zur Energiekrise

Gemeinsam mit der Thüringer Staatskanzlei sowie mit Fachexpertinnen und Fachexprten haben Vorstand und Geschäftsstelle des MVT für drei mögliche Szenarien, die sich aus einer möglichen Gasmangelversorgung im Winter 2022/23 ergeben könnten, Handlungsempfehlungen erarbeitet. Hierbei wird unterschieden in einen weitgehend regulären Museumsbetrieb, ein Herunterfahren der Museen auf einen Minimalbedarf und den schlimmsten Fall, in dem kein regulärer Museumsbetrieb mehr möglich ist.


Pressemitteilung: Verbandstag des Museumsverbandes Thüringen e. V. im Schloss Elisabethenburg in Meiningen am 15.09.2022

Der Museumsverband Thüringen e. V. (MVT) hatte am 15. September 2022 zum jährlichen Verbandstag nach Meiningen eingeladen. In der Schlosskirche von Schloss Elisabethenburg begrüßten Cornelia Kraffzick, Geschäftsleiterin Bürgerdienste, in Vertretung von Meiningens Bürgermeister Fabian Giesder und Dr. Philipp Adlung, Direktor der Meininger Museen, die Mitglieder des Verbandes, die aus ganz Thüringen angereist waren.

Thüringens Kulturstaatssekretärin Tina Beer kam in ihrem Grußwort umgehend auf die drohende Energiekrise zu sprechen. Alle Bereiche, auch die Museen, müssten Energie sparen, wobei der Kulturgutschutz nicht aus dem Blick verloren werden dürfe. Dabei hob sie das aktuelle Projekt des Museumsverbandes „Energiekrise – Handlungsempfehlungen für Museen“, das am letzten Augusttag veröffentlicht wurde und bundesweit Resonanz fand, hervor: „Der Museumsverband Thüringen hat ergänzende Handlungsempfehlungen gegeben, wie Museen mit Einschränkungen der Energieversorgungen umgehen können. Auch sie sind gefordert, einen spürbaren Beitrag für eine Reduzierung des Energieverbrauchs zu leisten und gleichzeitig das ihnen anvertraute Kulturgut zu schützen. Ziel ist auch in Energiemangelsituationen das kulturelle Grundangebot möglichst lange aufrechtzuerhalten.“ Im Anschluss an ihr Grußwort dankte Staatssekretärin Beer dem aus dem Amt des Verbandspräsidenten scheidenden Dr. Thomas T. Müller und wünschte ihm alles Gute für seine zukünftigen Aufgaben als Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Wittenberg. Bei allem Bedauern über den Weggang von Dr. Müller verlieh sie ihrer Hoffnung Ausdruck, dass ein fruchtbarer Kontakt auch weiterhin bestehen bleibe. Zugleich zeigte sie sich davon überzeugt, dass sich die gute Zusammenarbeit zwischen der Thüringer Staatskanzlei und dem MVT auch unter Dr. Roland Krischke, der zum 16. September 2022 das Präsidentenamt übernimmt, fortsetzt.

Dr. Thomas T. Müller blickte in seinem Bericht über das zurückliegende Verbandsjahr unter anderem zurück auf den Internationalen Museumstag am 15. Mai., dessen bundesweite Auftaktveranstaltung unter Schirmherrschaft des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow auf Museum Schloß Burgk stattfand. Zu den wichtigen Aufgaben die sich der MVT gestellt hat, gehört das breite Themenfeld „Digitalisierung und Digitalität“. 120 Museen und 35 Universitäts-Sammlungen in Thüringen, die die Datenbank digiCULT.web nutzen sprechen für Fortschritte, die bei der digitalen Erfassung von Sammlungen bereits gemacht wurden.

Zu den Höhepunkten eines jeden MVT-Verbandstags gehört traditionell die Verleihung der Bernhard-von-Lindenau-Medaille als höchste Auszeichnung, die der MVT für besondere Verdienste um die Thüringer Museumslandschaft vergibt. Auf dem Verbandstag 2022 wurde diese an Friederike Böcher, Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses in Bad Köstritz, verliehen. In ihrer Laudatio hob Vorstandsmitglied Eva-Maria von Máriássy Friederike Böchers außergewöhnliches Engagement für das Heinrich-Schütz-Haus seit 1993 hervor. Viele Angebote und Programme, die dem Museum seine Unverwechselbarkeit und weltweite Strahlkraft verleihen, verdankten sich ihrer Initiative und tätigen Leitung, darunter das Programm „Musizieren kann jeder“, die „Köstritzer Flötenkinder“ und die „Köstritzer Spielleute“ als Spezialensemble mit historischen Instrumenten. Aus den Köstritzer Schütz-Tagen der 1980er-Jahre haben sich die Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage und später das Heinrich-Schütz-Musikfest in Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Barockmusik e. V. in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen entwickelt. Friederike Böcher ist Geschäftsführerin der Schütz-Akademie e. V., des Fördervereins des Museums. Neben vielen weiteren Ehrenämtern ist sie unter anderem Beiratsmitglied der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft sowie Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kunst- und Kulturvereins Bad Köstritz. Eva-Maria von Máriássy würdigte Friederike Böcher als das Gesicht des Heinrich-Schütz-Hauses, eines Museums, das sich in ihren Händen zu einem Bürgertreffpunkt in der Mitte von Bad Köstritz entwickelt habe. Für das Thüringer Museumswesen habe sie außerordentliche Leistungen vollbracht.

Zum Programm gehörten auch Vorträge zu den Themen „Energiekrise – Handlungsempfehlungen für Museen“, Ergebnisse zur Umfrage „Digitalisierung und Digitalität Thüringer Museen“ sowie die Vorstellung des Digitalisierungsteams an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB).

Im Schlusswort verabschiedete der neue Präsident Dr. Roland Krischke Dr. Thomas T. Müller, der nach 11 Jahren Vorstandsarbeit sowie dreijähriger Präsidentschaft Thüringen in Richtung Sachsen-Anhalt verlässt und aus diesem Grund zum 15. September seine Präsidentschaft niederlegte. Dr. Krischke würdigte die Verdienste Dr. Müllers und gab einige persönliche Einblicke in die überaus kollegiale und fruchtbare Zusammenarbeit im Vorstand und im Präsidium.

Führungen durch die Sonderausstellungen der Meininger Museen bereicherten den Verbandstag ebenso wie die zahlreichen Begegnungen und Gespräche zwischen den Museumskolleginnen und -kollegen.

Die Pressemitteilung finden Sie hier.


Pressemitteilung:

Wechsel im Präsidium des Museumsverbandes Thüringen –
Dr. Roland Krischke wird Präsident,
Prof. Dr. Timo Mappes übernimmt das Amt des 2. Vizepräsidenten

Ab 16. September 2022 ist Dr. Roland Krischke, Direktor der Altenburger Museen, Präsident des Museumsverbandes Thüringen e. V.. Die Veränderung an der Spitze des Verbandes wird durch den bevorstehenden Wechsel von Dr. Thomas T. Müller zur Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt notwendig. Zum 15. September 2022 tritt Müller als Präsident und Vorstandsmitglied des MVT zurück.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.


Medieninformation zur Pressekonferenz am 14. September 2022

 Die Thüringer Museen und der Museumsverband Thüringen e. V. (MVT) reagieren auf schwierige Zeiten. Nach mehr als zwei Jahren der Coronapandemie erwartet die Häuser mit der „Energiekrise“ eine weitere völlig neue Situation für den Museumsbetrieb. Der Museumsverband blickt deshalb nicht nur auf ein bewegtes letztes Jahr zurück, sondern auch einer herausfordernden Zukunft entgegen. Daneben stehen so wichtige Themen wie die Weiterentwicklung und Professionalisierung der Thüringer Museen in Bereichen wie Provenienzforschung und Digitalisierung sowie die Ausbildung von Fachkräften für die Kultureinrichtungen im Fokus.  

 

Die „Energiekrise“ und die Folgen für die Thüringer Museumslandschaft (Handlungsempfehlungen des Museumsverbandes Thüringen e. V) 

 Mit großer Sorge betrachtet der Museumsverband Thüringen e. V. die aktuelle Entwicklung des Energiesektors. Für den Winter drohen Versorgungsengpässe für Gas und Strom, aus denen sich auch für Museen und das Ihnen anvertraute Kulturgut bedrohliche Situationen ergeben könnten. Zur Orientierung und Unterstützung hat der MVT den Museen erste Handlungsempfehlungen an die Hand gegeben, die in enger Zusammenarbeit mit der Thüringer Staatskanzlei sowie gemeinsam mit Fachexpertinnen und Fachexperten entwickelt wurden. 

 Die Handlungsempfehlungen bilden drei Szenarien ab: von eingeschränkter Versorgung sowohl mit Gas und/oder Strom bis zum vollständigen Ausfall der Energiezufuhr. Weil die Situation historisch einzigartig ist, gibt es noch keine Erfahrungswerte zu Gefährdung und Schutz von wertvollem Kulturgut in einer Energiekrise. Die Handlungsempfehlungen entsprechen daher immer dem aktuellen Kenntnisstand und werden in Zukunft regelmäßig an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Zu den Folgen der Energiekrise für die Museen gehört auch die extrem ansteigende finanzielle Belastung ihrer Träger. Bereits jetzt sind vereinsgetragene Museen von stark gestiegenen Energiekosten existenzbedrohend betroffen. 

Flankierend zu den Handlungsempfehlungen fördert der MVT kontinuierlich den Erfahrungsaustausch unter den Museen, Museumsverbänden und -organisationen und unterstützt die Museen in Einzelfallberatungen. Schon jetzt sollten die Museen zusammen mit ihren Trägern unbedingt Möglichkeiten zum Einsparen von Energie ermitteln. Um auf die drohende Krise vorbereitet zu sein, gilt es außerdem, rechtzeitig in Notfallplänen besonders gefährdete Objekte zu definieren und Schutzmaßnahmen auszuarbeiten. In dieser Hinsicht hat die Krise vielleicht sogar einen positiven Effekt. Kleinere und mittlere Häuser, in denen bislang wegen fehlenden Personals und mangelnder Expertise keine Notfallpläne aufgestellt werden konnten, können nun vielleicht eher auf Verständnis für die Notwendigkeit solcher Pläne bei ihren Trägern hoffen. Schließlich sind diese für die Sicherheit der in den Museen bewahrten Kulturgüter nicht minder verantwortlich.  

Die Corona-Krise – Entspannung bei den Museen? 

Auch wenn sich gerade eine neue Krisensituation ankündigt, sollten die Herausforderungen und Folgen der Coronapandemie für die Museumslandschaft nicht außer Acht gelassen werden. Nach zwei schweren Jahren mit monatelangen Schließzeiten oder einem Museumsbetrieb unter strikten Hygieneauflagen ist seit etwa August dieses Jahres eine Entspannung zu beobachten und die Besucherinnen und Besucher kehren in die Museen zurück. 

 Durchweg berichten die Museen von zufriedenstellenden Besuchszahlen während des Sommers, wenn auch (bis auf ganz wenige Ausnahmen) das Niveau vor der Corona-Pandemie noch nicht wieder erreicht wurde. Anscheinend haben einige Häuser während des Sommers auch von der durch das 9 Euro-Ticket unterstützten regionalen Mobilität profitieren können.  

 Spezielle Besuchergruppen wie ältere und früher regelmäßige Besucherinnen und Besucher sowie vor allem Schulklassen und Kindergartengruppen haben aber noch nicht wieder in demselben Maß wie früher den Weg in die Museen gefunden. Allerdings scheint sich wenigstens im Hinblick auf Schulen und Kindergärten derzeit eine Verbesserung der Situation abzuzeichnen. Grundsätzlich verändert hat sich die Nachfrage von Busreiseunternehmen. Hier erlebt eine Branche aktuell eine schwerwiegende Umbruchsphase, die auch die Museen betrifft. Auch, ob im Umfeld eines Museums gastronomische Angebote zu finden sind oder ob Lokale im Zuge der Pandemie geschlossen und nicht wieder eröffnet haben, wirkt sich auf die Besuchszahlen unmittelbar aus.  

 Immer wieder wird von einem neuerdings sehr zögerlichen Verhalten der Besucherinnen und Besucher berichtet, wenn es um Reiseplanung und Reservierungen geht. Anmeldungen gehen immer öfter sehr spontan und kurzfristig ein. 

 Ob die grundsätzlich aber positive Entwicklung sich fortsetzt oder bereits im Herbst mit dem erwarteten Ansteigen der Corona-Zahlen wieder erlahmt, muss sich erst noch zeigen. Für viele Museen sind die Einnahmen durch die Eintrittsgelder unentbehrlich für die Finanzierung des Museumsbetriebes. Ein erneuter Einbruch könnte fatale Folgen für die Vielfalt der Museumslandschaft haben.  

Aktuelle Themen aus der Arbeit des MVT (Provenienzforschung, Digitales, Förderprogramm für Volontariate in Thüringer Museen, Stimmungsbild) 

Provenienzforschung 

Während der letzten zwei Jahrzehnte sind die Anforderungen an die systematische Provenienzprüfung musealer Bestände komplexer und umfangreicher geworden. In der Geschäftsstelle des MVT unterstützt die „Koordinierungsstelle Provenienzforschung“ insbesondere kleine und mittlere Museen bei dieser Aufgabe. 

 Um den aktuellen Stand der Provenienzforschung in der Thüringer Museumslandschaft zu bestimmen und den Forschungsbedarf abzuschätzen, hat die Koordinierungsstelle eine qualitative Befragung in Thüringer Museen durchgeführt. Die Befragung ergab, dass Handlungsbedarf in allen drei Aufgabenkomplexen (NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, koloniale Kontexte sowie Entzüge während der SBZ- und DDR-Zeit) besteht. Oberste Priorität besitzt dabei der Bereich „NS-Raubgut“. Auch die Forschung nach Entzügen während der SBZ- und DDR-Zeit gewinnt an Bedeutung; hier bedarf es allerdings noch der Arbeit an den erforderlichen rechtlichen Grundlagen und den Rahmenbedingungen.  

Eine flächendeckende Provenienzforschung zum unrechtmäßigen Kulturgutentzug startet in Thüringen unter ungleichen Bedingungen, die den allgemein defizitären Bedingungen an den Thüringer Museen entsprechen. Die meisten Museen kämpfen seit Langem mit extremem Personalmangel und unzureichender technischer Ausstattung und geringen finanziellen Ressourcen. Nur insgesamt gut aufgestellte Museen wie die Klassik Stiftung Weimar, die Stiftung Schloss Friedenstein Gothaund seit kurzem auch das Lindenau-Museum Altenburg können bei der Provenienzforschung erfolgreicher sein.  

Unterstützt werden die Museen auch durch regelmäßige Beratung der Koordinierungsstelle zu allgemeinen und speziellen Fragen der Provenienzforschung sowie mit Weiterbildungen in verschiedenen, an die Bedarfe der Museen angepassten Formaten. 

Einen ersten Weg in die Provenienzforschung und zugleich eine Chance, um Erfahrungen zu gewinnen, eröffnen sogenannte Erstchecks: zeitlich begrenzte und kursorische Untersuchungen von Sammlungsgut und Archivmaterial durch externe Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler in Einrichtungen, die aufgrund ihrer personellen Ausstattung dazu nicht selbst in der Lage sind. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg (DZK) fördert die Durchführung von Erstchecks derzeit in den Bereichen „Koloniale Kontexte“ und „NS-Raubgut“. Ein Antrag auf Erstcheck im Bereich „NS-Raubgut“ in Thüringer Museen wurde von der Koordinierungsstelle Provenienzforschung des MVT formuliert und befindet sich derzeit beim DZK in der Prüfung. 

Ein besonderer Erfolg für die Koordinierungsstelle waren Konzeption und Durchführung einer ersten großen Tagung „Provenienzforschung in Thüringen – Chancen und Perspektiven“ am 4. April 2022 in Rudolstadt, gefördert und mit einem Grußwort aktiv unterstützt durch den Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Peter Wurschi. Als Diskussions- und Austauschforum fand die Tagung regional und bundesweit großen Zuspruch. Nicht nur Provenienzforscherinnen und Provenienzforscher kamen miteinander ins Gespräch, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter der Politik sowie von Instituten und Organisationen, die ebenfalls auf dem Gebiet der Provenienzforschung arbeiten. Wichtige Themen waren unter anderem die Frage, woran der Erfolg von Provenienzforschung zu bemessen ist sowie die Forschungslage zur Umlagerung von Objekten im Zuge der Neustrukturierung der Museumslandschaft in der DDR. Die Ergebnisse wurden in einem Tagungsband aufbereitet, der als Thüringer Museumsheft 1/2022 Ende September 2022 vorliegen wird  

Zur weiteren Stärkung der Provenienzforschung in der Thüringer Museumslandschaft muss die Arbeit der Koordinierungsstelle mit einer stabilen personellen Infrastruktur verstetigt werden. Nur in langfristigen und kontinuierlichen Prozessen kann Provenienzforschung erfolgreich stattfinden.  

Digitales 

Die digitale Transformation erfasst inzwischen alle Bereiche der Museumsarbeit, Umfang und Ausmaß variieren in den Thüringer Museen jedoch stark. Während die großen Häuser über eigenes Personal für erforderliche Antragstellungen verfügen, ist dies bei den kleineren und mittleren Museen eine zusätzliche Aufgabe bei ohnehin niedrigem Personalstand. Für sie bedeutet es eine große Herausforderung, die Digitalisierung in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Der MVT sieht sich in der Verantwortung, die Thüringer Museen im Prozess der Digitalisierung zu unterstützen und Synergien zwischen den verschiedenen Häusern und Akteuren zu schaffen. 

Dazu hat der Vorstand des MVT im August 2021 einen Digitalbeirat als Fach- und Beratungsgremium eingerichtet. Um den Status quo der Digitalisierung und Digitalität der Thüringer Museen zu erfassen, hat der Digitalbeirat in Abstimmung mit der Thüringer Staatskanzlei und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek eine Umfrage bei den Thüringer Museen durchgeführt. Es sollte geklärt werden, wie es um den digitalen Museumsraum in Thüringen steht, welche Zielsetzungen es gibt, aber auch, welche technischen Voraussetzung hierfür bereits vorhanden bzw. notwendig sind. Die Ergebnisse der Umfrage werden auf dem Verbandstag 2022 vorgestellt. Der MVT wird sie nutzen, um sich für die Einrichtung von Förderinstrumenten einzusetzen, den Servicekatalog des MVT an die Bedürfnisse der Museen gezielt anzupassen und zu erweitern und sich aktiv in den Prozess der Entwicklung der Landesdigitalisierungsstrategie einzubringen. 

Zur weiteren Verbreitung digitaler Daten- und Objekterfassung in Thüringer Museen hat das an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena angesiedelte Digitalisierungsteam die Thüringer Museen in der Nutzung der Datenbank digiCULT.web aktiv dabei unterstützt, ihre Bestände zu fotografieren, in der Datenbank digiCULT.web zu digitalisieren sowie die digital erfassten Objekte in den Thüringer Kulturportalen sowie der Deutschen Digitalen Bibliothek und Europeana.eu zu veröffentlichen. Neben der Objektfotografie im Rahmen von Fotoaufträgen in den Museen gehörte dazu auch ein Programm von Weiterbildungsangeboten sowie Einzelberatungen. 

Darüber hinaus ist auch eine neue Struktur für die Präsentation der Thüringer Museen im Netz ein wichtiges Thema des MVT. Die Geschäftsstelle des MVT arbeitet derzeit mit Unterstützung des Digitalbeirates an einem neuen Museumsportal in enger Abstimmung und sehr vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Direktor der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, Michael Lörzer, und seinem Team. In dem gemeinsamen Projekt, in das auch die Thüringer Tourismus GmbH eingebunden werden soll, werden derzeit die Anforderungen an das Museumsportal definiert, damit das Museumsportal als zentrale Plattform für touristisch relevante Informationen über die Thüringer Museen aufgebaut werden kann. 

Förderprogramm für Volontariate in Thüringer Museen 

Im Rahmen der Förderung von Volontariaten gewährt der Freistaat Thüringen den Trägern der Thüringer Museen Zuwendungen zu wissenschaftlichen Volontariaten für die Dauer von jeweils zwei Jahren. Dieses bundesweit einmalige Programm wird inzwischen im vierten Ausbildungsdurchgang durchgeführt. Die Mehrzahl der Volontärinnen und Volontäre auch des zu Ende gehenden dritten Ausbildungsdurchgangs hat eine Anstellung in einem Museum gefunden. Damit hat sich das Förderprogramm als sehr erfolgreiches Modell zur Ausbildung und Sicherung des Nachwuchses von Fachkräften bewährt.  

Seit 2019 können neben den allgemein wissenschaftlichen Volontariaten auch solche mit museumspädagogischem Schwerpunkt in Thüringer Museen gewährt werden, seit Herbst 2021 ist auch der Schwerpunkt Konservierung und Restaurierung in das Förderprogramm aufgenommen worden. Nach aktuellem Stand haben im neuen (vierten) Durchgang 18 neue Volontariate begonnen, für 30 Volontariate wurde die Förderung bewilligt.  

Der MVT steht den Volontärinnen und Volontären als Ansprechpartner während ihrer Ausbildungszeit zur Verfügung. Auch die monatlich stattfindenden ganztägigen Weiterbildungen zu Grundlagenwissen und museumsfachlichen Themen werden vom MVT organisiert und durchgeführt.  

Im Rückblick auf drei bereits durchgeführte Ausbildungsjahrgänge hat sich das Förderprogramm für Volontariate als erfolgreiches Projekt erwiesen. Im dritten Jahrgang wurden aus Volontariaten in 24 Museen elf Volontärinnen und Volontäre vom jeweils ausbildenden Museum übernommen, weitere sechs haben Stellen in anderen Museen, zum Teil auch außerhalb Thüringens gefunden. Einige Volontärinnen und Volontäre befinden sich noch in der Bewerbungsphase. Die Ausbildung von qualifiziertem wissenschaftlichem Personal für die Museen wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen, denn auch in diesem Arbeitsbereich macht sich der Fachkräftemangel inzwischen deutlich bemerkbar.  

Stimmungsbild zur Situation der Thüringer Museen 

Im Oktober 2022 wird der MVT seinen Mitgliedsmuseen einen kompakten Katalog von zehn Fragen zu den grundsätzlichen Rahmenbedingungen ihrer musealen Arbeit vorlegen. Diese Fragen sollen überblicksartig die Situation der Thüringer Museen erfassen und gleichzeitig ein Stimmungsbild ergeben. 

Dabei geht es vor allem auch um Hinweise auf grundsätzliche Veränderungen und Entwicklungstendenzen, die sich schon vor der Pandemie abgezeichnet haben. Am Ergebnis der Auswertung werden sich für die Zukunft geplante Dokumente wie z. B. ein Forderungskatalog und/oder Entwicklungskonzepte orientieren. 

Die vollständige Medieninformation finden Sie hier.


Pressemitteilung:

Am 15. Mai 2022 wird der
Internationale Museumstag gefeiert!

Erfurt, 3. Mai 2022. Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen begehen die Museen in Thüringen am Sonntag, dem 15. Mai 2022, den 45. Internationalen Museumstag.
In ganz Thüringen bieten die Museen besondere analoge und digitale Aktionen und Vermittlungsformate an, in denen sich die Attraktivität der einzigartigen Museumslandschaft spiegelt.

In den vergangenen zwei Jahren haben die Museen während der pandemiebedingten Schließungen kreativ und einfallsreich viele digitale Formate entwickelt, die aus der aktuellen Museumslandschaft nicht mehr wegzudenken sind. Einen Überblick über die Angebote der Thüringer Museen gibt es in der Datenbank des Internationalen Museumstags. Ein Filter, zum Beispiel nach Orten, ermöglicht die gezielte Suche nach Aktionen einzelner Anbieter: https://www.museumstag.de/programm/.

Als Präsident des Bundesrates hat der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow die Schirmherrschaft dieses Aktionstags übernommen. Die bundesweite Auftaktveranstaltung findet am 15. Mai, ab 11:00 Uhr im Museum Schloß Burgk bei Schleiz statt.

Traditionell wird zum Tagesauftakt mit einer Podiumsdiskussion auf die vielfältigen Aufgaben von Museen und die sich daraus ergebenden Herausforderungen hingewiesen. In diesem Jahr gelten aus aktuellem Anlass die Gespräche dem Thema „Museen in Zeiten des Krieges“. Auf dem Podium diskutieren Dr. Tobias Pfeifer-Helke, Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein, Dr. Nataša Jagdhuhn, Wissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkt Museen in Südosteuropa, Sabine Schemmrich, Vorstandsmitglied des Museumsverbandes Thüringen und Direktorin des Museums Schloß Burgk sowie Dr. Klaus B. Staubermann, Generalsekretär ICOM Deutschland e. V. Moderiert wird das Gespräch von Stefan Nölke, Redakteur des Mitteldeutschen Rundfunks. Für die Öffentlichkeit wird die Podiumsdiskussion im Livestream übertragen und von MDR KULTUR aufgezeichnet. Zu hören ist sie dann am 17. Mai um 22 Uhr bei MDR KULTUR und in der ARD Audiothek https://www.ardaudiothek.de/

Auf Schloß Burgk wartet ab dem Nachmittag zudem ein abwechslungsreiches Programm mit Sonderausstellungen, Führungen und Mitmachaktionen für alle Altersgruppen.

Die im Thüringer Museumsverband zusammengeschlossenen Museen freuen sich darauf, nach einer erzwungenen zweijährigen Pause wieder in die Häuser selbst einladen zu können und dabei in diesem Jahr auch ein überregionales Publikum anzusprechen. Der MVT wird die Thüringer Museen an einem eigenen Stand auf Schloß Burgk vorstellen.

Um die Vielfalt der Thüringer Museen auch virtuell sichtbar zu machen, hat der MVT ganz besondere Videos produziert: In acht Filmen kommen dabei wissenschaftliche Volontärinnen und Volontäre aus dem Förderprogramm der Thüringer Staatskanzlei für Volontariate in Thüringer Museen zu Wort. In Interviews geben sie sinnbildlich den roten Faden von Museum zu Museum weiter, weisen auf die Besonderheiten „ihrer“ Häuser hin und stellen ihre Lieblingsobjekte vor. https://kurzelinks.de/m0da

Der Internationale Museumstag wird jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen und an einem Sonntag gefeiert. Ziel des Museumstages ist es, auf die Museen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit aufmerksam zu machen. Der Internationale Museumstag wird vom Deutschen Museumsbund bundesweit koordiniert und in enger Kooperation mit den Museumverbänden und -ämtern der Länder sowie den Museen vor Ort umgesetzt. Maßgebliche Förderung erhält der Aktionstag von den Stiftungen und Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe.

Weitere Informationen unter: www.museumstag.de

 

 


Pressemitteilung:

4. Internationaler Tag der Provenienzforschung am 13. April 2022

Der Museumsverband Thüringen e. V. lädt im Rahmen des Tages der Provenienzfoschung zu einer Online-Veranstaltung am 13. April 2022,10:00 Uhr ein. In ihrem Vortrag „Auf der Suche nach Geschichte(n) – Provenienzforschung zwischen Schatzsuche, Bürgerwissenschaften und Zeitzeugenarbeit“ widmet sich Anne Vaupel-Meier vom Grenzmuseum Schifflersgrund dem Thema und gibt Einblick in den Forschungsstand des Museums.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.


Pressemitteilung:
Museumsverband Thüringen e. V. veranstaltet Tagung zur Provenienzforschung in Thüringen

Am 04. April 2022 lädt der Museumsverband Thüringen e. V. in Kooperation mit dem Thüringer Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur zu einer Tagung zur Provenienzforschung in Thüringen ein. Im Reithaus des Schlosses Heidecksburg Rudolstadt sollen entsprechende Chancen & Perspektiven für den Freistaat ausgelotet werden.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.


Pressemitteilung:

Kultur im Zeichen des Krieges und der Pandemie: Große Belastungen und wichtige Vorhaben.

Der Museumsverband Thüringen e. V. blickt auf die Thüringer Museumslandschaft und auf das Jahr 2022 voraus.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.


Kulturrat Thüringen erste Anlaufstelle für geflüchtete Kulturschaffende aus der Ukraine

Ab sofort fungiert der Kulturrat Thüringen als Anlaufstelle für in Thüringen ankommende geflüchtete Kulturschaffende aus der Ukraine. Gemeinsam mit der Thüringer Staatskanzlei sollen sowohl individuelle Unterstützung als auch berufliche Perspektiven ermöglicht und koordiniert werden.

Die kulturellen Spartenverbände des Kulturrates Thüringen erklären ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk und wollen geflüchteten Kunst- und Kulturschaffenden aus der Ukraine schnell und unbürokratisch helfen. Als Anlaufstelle koordiniert und vermittelt die Geschäftsstelle des Kulturrates praktische Hilfsmaßnahmen, bringt die Geflüchteten mit den Mitgliedsverbänden in Verbindung und versucht so, individuelle Unterstützung zu vermitteln. Konkretes Ziel ist es auch, den Betroffenen während ihrer Zeit in Thüringen berufliche Perspektiven zu ermöglichen.

Um den individuellen Situationen am besten entsprechen zu können, ist auf der Webseite des Kulturrats ein zweisprachiges Kontaktformular geschaltet, in dem der Hilfebedarf angezeigt werden kann.

https://www.kulturrat-thueringen.de/de/aktuelles-und-veranstaltungen/ukraine-ukrajina.html#goto_level_2-94


Jüdische Geschichten(n) in Thüringer Museen.
Die jüngste Ausgabe 2|2021 der Thüringer Museumshefte ist erschienen

 Das Thüringer Museumsheft 2|2021 blickt mit seinem Titelthema zurück auf das Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“. Im großen Rahmen des bundesweit begangenen Festjahrs aus Anlass von nachweislich 1.700 Jahren jüdischem Leben in Deutschland wurden auch in Thüringer Museen in vielen Sonderausstellungen und Veranstaltungen Geschichte und Zeugnisse jüdischer Gemeinden und ihrer Kultur vorgestellt.
Das von der Thüringer Staatskanzlei ausgerufene Themenjahr gab nicht nur den Impuls, Sonderausstellungen, Forschungsprojekte und Veranstaltungen zu konzipieren, sondern es stärkte auch in Netzwerke und Kooperationen innerhalb Thüringens und über seine Grenzen hinaus. Auch nach dem Festjahr wird das große Themenfeld seine Aktualität nicht verlieren und weiterhin Verpflichtungen, Möglichkeiten, Herausforderungen für die Museen mit sich bringen. Die Beiträge des aktuellen Thüringer Museumshefts verstehen sich daher als Überblick und Resümee, vor allem aber auch als Anregung und Perspektive für weitere Forschungen und Projekte.

Zusätzlich zum Titelthema enthält auch das Thüringer Museumsheft 2|2021 in den Rubriken „Aus den Museen“, „Forum Museum“ und „Aus dem Museumsverband“ wieder aktuelle Berichte und Informationen aus der Thüringer Museumslandschaft.

Mitglieder des Museumsverbands Thüringen e. V. erhalten das Thüringer Museumsheft per Post; die Online-Version zum Download finden Sie hier.

 

 


Wir trauern um Veronika Jung

* 19. Januar 1959               † 15. November 2021

 

 

Veronika Jung war von 2003 bis 2020 Mitglied im Vorstand des Thüringer Museumsverbandes e. V. und von 2011 bis 2019 dessen Vizepräsidentin. In unserer gemeinsamen Arbeit für die Thüringer Museumslandschaft durften wir von ihrer Kompetenz, ihrer Herzlichkeit und ihrem klugen Mitwirken profitieren. Mit ihrer Aufgeschlossenheit und ihrem unbedingten Einsatz für die Museen in Thüringen war Veronika Jung für viele Jahre eine verlässliche und unentbehrliche Stütze unserer Verbandsarbeit.

Auch über ihr unmittelbares Engagement im Museumsverband Thüringen e. V. hinaus spielte Veronika Jung eine wichtige Rolle als Initiatorin, Vermittlerin und Beraterin in der Museumslandschaft. Sie hinterlässt eine Lücke, die für alle, die sie kannten und die gemeinsame Arbeit mit ihr schätzten, nicht zu füllen sein wird.

Veronika Jung wurde am 19. Januar 1959 in Bad Salzungen geboren. Nach dem Studium der Geschichtswissenschaften in Leipzig und dem Abschluss als Diplomhistoriker war sie von 1984 bis 1994 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden mit dem fachlichen Schwerpunkt „Bergbau, Verhüttung und Kleineisenindustrie“ tätig. In dieser Funktion baute sie das Hochofenmuseum „Neue Hütte“ in Schmalkalden auf. Seit 1994 leitete Veronika Jung das Metallhandwerksmuseum Steinbach-Hallenberg.

Die Thüringer Museumlandschaft verliert mit ihr eine leidenschaftliche Museumsmacherin, nicht nur auf dem Gebiet der Technik- und Industriegeschichte, die – zusammen mit der Alltagskultur – im Zentrum ihres fachlichen Interesses stand. Ihre profunde Erfahrung stellte sie auch in den Dienst der Thüringer Museen: Von 1999 bis 2020 leitete sie im Museumsverband Thüringen e. V. den Arbeitskreis der Technischen Museen, die sie mit großem persönlichen Einsatz zu vernetzen wusste. Ihrem energischen Einsatz ist es zu verdanken, dass 2018 in Pößneck die Leitausstellung „Industrialisierung und soziale Bewegung“ als Leitausstellung für das Thüringer Themenjahr zusammen mit zahlreichen Satellitenausstellungen in Thüringen eröffnet werden konnte.

Von all ihren Arbeits- und Wirkungsfeldern lagen ihr die kleinen und mittleren Museen sowie die kleinen Spezialmuseen ganz besonders am Herzen. Diese Häuser mit ihren geringen Ressourcen immer wieder durch fachliche und inhaltliche Hilfe zu unterstützen und zu fördern, war ihr eine besonders wichtige Aufgabe.

Am 15. November 2021 ist Veronika Jung nach langer Krankheit verstorben. Wir werden sie als Mensch und als Kollegin immer in dankbarer Erinnerung behalten.

 

Der Vorstand und die Geschäftsstelle
des
Museumsverbands Thüringen e.V.


Nachwahl des Vorstands

Auf dem Verbandstag des MVT am 16. September 2021 in der Kornmarktkirche in Mühlhausen haben die Mitglieder über zwei neu zu besetzende Plätze im Vorstand abgestimmt: Wir freuen uns, Sabine Schemmrich und Prof. Dr. Timo Mappes als neue Mitglieder im Vorstand des MVT vorstellen zu können.

   

Sabine Schemmrich ist seit 1988 im Museum Schloß Burgk zuhause, von 2001–2011 als stellvertrende Leiterin, seit 2012 als Museumsleiterin.

Prof. Dr. Timo Mappes ist seit 2018 Gründungsdirektor des Deutschen Optischen Museums in Jena.

Wir begrüßen die beiden neuen Vorstandsmitglieder und freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit!


Pressemitteilung:

Den digitalen Wandel in Museen gestalten
der Museumsverband Thüringen e. V. hat einen Digitalbeirat gegründet

Erfurt, 14. Oktober 2021. Die Digitalisierung ist in den letzten Jahren ein immer wichtigeres Arbeitsfeld in den Museen geworden. Aber was bedeutet eigentlich Digitalisierung und Digitalität? Was zählt alles dazu und was nicht? Längst gehört dieses komplexe Thema mit seinen vielen Fragestellungen zu den zentralen Aufgaben musealer Arbeit. Für alle Museen bringt es große Herausforderungen mit sich, nicht wenige sind aufgrund mangelnder personeller und materieller Ressourcen damit überfordert. Um Kompetenzen für einen gelingenden Transformationsprozess zu bündeln, hat der Vorstand des Museumsverbands Thüringen e. V. (MVT) zur Unterstützung seiner Arbeit einen Digitalbeirat berufen, der sich am 28. September 2021 konstituiert hat.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.


Pressemitteilung:
Museumsverband Thüringen e. V. stellt Zukunftsthema Digitalisierung in den Mittelpunkt seiner Arbeit

16. September 2021: Kulturgüter digital dokumentieren, verwalten und präsentieren. Das wird – so ist sich der Museumsverband Thüringen e. V. sicher – künftig ein zentraler Aspekt der Museumsarbeit in Thüringen. Er steht zudem in unmittelbarem Zusammenhang mit den Kernaufgaben eines Museums – Sammeln, Forschen, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln. Deshalb wird der Verband einen noch größeren Teil seiner Arbeit Fragen der Digitalisierung und Digitalität sowie darüber hinaus der Provenienzforschung widmen. Die vollständige Pressemitteilung zum Verbandstag des MVT finden Sie hier.


Pressemitteilung: Museumsverband Thüringen verleiht Bernhard-von-Lindenau-Medaille
an Dr. Lutz Unbehaun

Mühlhausen, 16. September 2021. Dr. Lutz Unbehaun, langjähriger Direktor des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg in Rudolstadt, wurde heute mit der Bernhard-von-Lindenau-Medaille des Museumsverbands Thüringen e. V. ausgezeichnet. Mit der Medaille würdigt der Museumsverband anlässlich seines Verbandstages einmal im Jahr Personen, die außerordentliche Leistungen für das Thüringer Museumswesen erbracht haben.

Herzliche Glückwünsche erhielt Dr. Lutz Unbehaun heute bei der Verleihung der Lindenau-Medaille nicht nur von den traditionellen Gratulanten, dem Präsidenten des Museumsverbands Thüringen Dr. Thomas T. Müller und seiner Laudatorin Sabrina Lüderitz. Trotz engem Terminplan ließ es sich auch Thüringens Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff nicht nehmen, nach seinem Grußwort noch im Mühlhäuser Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche zu bleiben, um dem diesjährigen Preisträger mit persönlicher Umarmung zu gratulieren.

Die vollständige Pressemitteilung zur Verleihung der Bernhard-von-Lindenau Medaille können Sie  hier  lesen.


„Was ist ein Museum?“ – Thüringer Museumsheft 1/2021 stellt grundlegende Fragen

Das Thüringer Museumsheft Nummer 1/2021 ist erschienen. Mit sonnengelbem Cover fragt es: „Was ist ein Museum?“ Der Frage wird aus definitorischer Sicht genauso nachgegangen, wie in Abgrenzung zu Heimatstuben. Man findet die Diskussion um Wertigkeit des Begriffs oder dessen Verstaubtheit genauso wie Einblicke in museale Arbeit im laufenden Handwerksbetrieb. Im Teil „Aus den Museen“ erfährt man mehr über den Weg der Brehm-Gedenkstätte zu „BREHMS WELT – Tiere und Menschen“ in Renthendorf, zum Technischen Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten und kann von Erfahrungen anderer Museen profitieren, beispielsweise bezüglich lokaler Zusammenarbeit mit Heimatstuben oder einer Teddybären-Ausstellung in einem Musik-Museum. Außerdem Informationen aus dem Verband (Satzung, Wahlordnung, Erfahrungen im zurückliegenden Corona-Jahr, Berichte pädagogischer Volontäre zu ihrer Ausbildung.

Das Thüringer Museumsheft erhalten die Mitglieder des Verbands per Post. Online kann man es als PDF hier lesen.

Inhaltsverzeichnis des Thüringer Museumsheftes 1/2021:

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DMB veröffentlicht Leitfaden „Umgang mit menschlichen Überresten in  Museen und Sammlungen“

Juni 2021. – Der Deutsche Museumsbund (DMB) hat einen neuen Leitfaden veröffentlicht. Er heißt „Umgang mit menschlichen Überresten in Museen und Sammlungen“. In der Pressemitteilung des DMB zur Veröffentlichung heißt es: „Die Praxishilfe beantwortet Fragen entlang der musealen Aufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, AUsstellung und Vermitteln sowie zur RÜckgabe von menschlichen Überresten an ihre Herkunftsgesellschaften. Gleichzeitig schärft die Publikation das Bewusstsein für die ethische Dimension beim Umgang mit diesem sensiblen Sammlungsgut.“

Der Leitfaden ist eine umfangreiche Überarbeitung des Leitfadens von 2013, der um eine internationale Perspektive erweitert wurde.

Sie finden den Leitfaden online unter: www.museumsbund.de (PDF).


Wiederöffnungen Thüringer Museen

Eine Liste mit Terminen zur Wiederöffnung der Thüringer Museen ist online (Stand: 23. Juli): hier.


Thüringer Museen können wieder öffnen

Erfurt, 4. Juni 2021 – Viele Thüringer Museen öffnen wieder! Heute und morgen machen viele Museen im Freistaat erstmals nach sieben Monaten Schließung die Türen wieder für Besucher auf und zeigen vielfach interessante neue Sonderschauen. Denn in 20 der 23 Thüringer Kreisen und Städten liegt die 7-Tage-Inzidenz seit mehr als fünf Werktagen plus zwei Wartetagen unter der Marke von 100, der Schwelle, ab der Museen öffnen können.

Ganz praktisch heißt das, dass zwischen Nordhausen und Suhl, zwischen Wartburgkreis und Altenburger Land Hunderte Thüringer Museen ihre Pforten für die Besucher öffnen können und es dieser Tage mit großer Begeisterung tun. „Die gesamte Thüringer Museumswelt freut sich sehr, endlich wieder Besucher begrüßen und begeistern zu können“, sagt Franziska Zschäck, 1. Vizepräsidentin des Thüringer Museumsverbands und Leiterin des Thüringer Freilichtmuseums in Hohenfelden (Weimarer Land). Die Museen sind auf die Wiedereröffnung gut vorbereitet. Ausstellungen wurden optimiert und erweitert, Sonderschauen kuratiert. Die Museumsmitarbeiter sind glücklich darüber, endlich wieder Publikum im Haus zu haben, das die museale Arbeit in direkter Anschauung und zum Teil persönlich begleitet erleben kann. Sie freuen sich auf Besucher aller Altersgruppen, die neue Eindrücke erleben, sich informieren und Erkenntnisse gewinnen oder einfach nur endlich wieder Kultur genießen.

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Museumsverband Thüringen fordert anlässlich des Internationalen Museumstags Öffnungsstrategie für die Museen

Erfurt, 12. Mai 2021   Anlässlich des Internationalen Museumstags, der in Deutschland am 16. Mai 2021 begangen wird, fordert der Museumsverband Thüringen e. V. eine Öffnungsstrategie für alle Thüringer Museen. „Wir sind dankbar, dass die Inzidenzen sinken. Das ist der Moment, in dem Schritte für eine baldige Wiederöffnung vorbereitet werden sollten. Dafür muss es rechtzeitig eine für alle Museen umsetzbare Strategie geben“, so Verbandspräsident Dr. Thomas T. Müller. Der Museumsverband fordert deshalb von der Politik ab einem klar definierten Inzidenzwert konkrete Szenarien für einen vereinfachten Neustart unter Einhaltung jener Hygienemaßnahmen, die sich bereits bei der ersten Wiederöffnung 2020 bewährt hatten. Aus Sicht des Verbandes wird es vor allem den kleinen und mittleren Museen nicht möglich sein, eigene Testzentren – wie beispielsweise im Umfeld der BUGA – einzurichten. „Wir sind hier bereits mit der Staatskanzlei im Gespräch und hoffen auf eine ähnlich konstruktive Zusammenarbeit wie im vergangenen Jahr“, so Müller.

Da die Inzidenzen in Thüringen aktuell jedoch noch deutlich über 100 (auf 100.000 Einwohnern) liegen, kann der Internationale Museumstag in diesem Jahr leider noch nicht mit echten Museumsbesuchen begangen werden. Und doch laden die Museen die Besucher zu virtuellen Erkundungen, exklusiv veröffentlichten Videos oder einer hochkarätig besetzten Diskussion im Netz ein. So lassen sich am 16. Mai zum Internationalen Museumstag von zu Hause aus „Museen entdecken“, wie das Motto des Internationalen Museumstags lautet. Er wurde vom Internationalen Museumsrat ICOM 1978 ins Leben gerufen, um auf die thematische Vielfalt von Museen aufmerksam zu machen.

Online-Premieren zum Internationalen Museumstag

Das Astronomiemuseum Sonneberg präsentiert am Internationen Museumstag eine Video-Dokumentation über das berühmte Sonneberger Plattenarchiv. Es umfasst rund 300.000 Fotos des gestirnten Himmels. Der Astronom Cuno Hoffmeister hatte 1923 die erste Fotoplatte des nördlichen Sternenhimmels in der Sternwarte Sonneberg belichtet. Sie wurde zur Grundlage für das zweitgrößte astronomische Fotoplatten-Archiv der Welt. Das Plattenarchiv wird am 16. Mai um 8 Uhr am Morgen freigeschaltet (https://t1p.de/Astronomiemuseum-Sonneberg).

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Herkunft im Fokus – Forschung in den Thüringer Museen

Tag der Provenienzforschung: Projekte des Museumsverbands Thüringen e.V. 

Erfurt, 13. April 2021. Der zweite Mittwoch im April ist der offizielle „Tag der Provenienzforschung“. In diesem Jahr fällt er auf den 14. April 2021. Für den Museumsverband Thüringen e.V. (MVT) hat dieser Tag einen hohen Stellenwert, denn diese Erforschung der Objektherkunft ist auch in Thüringen ein Schwerpunkt der aktuellen Museumsforschung geworden. Der MVT schließt in ein einigen Tagen ein Projekt ab, ein weiteres läuft aktuell. Ab Juni werden sich zwei wissenschaftliche Mitarbeiter in der Geschäftsstelle des MVT ausschließlich diesem wichtigen Thema widmen.

„Provenienzforschung ist heute eine der Kernaufgaben von Museen, die in der Alltagspraxis aufgrund der personellen Struktur allerdings oft nur schwer umsetzbar ist“, erläutert der Präsident des MVT, Dr. Thomas T. Müller. „Hier will der Verband nun ansetzen und insbesondere die kleineren und mittelgroßen Museen unterstützen“, erklärt er. Aus diesem Grund wurde im Frühjahr 2020 erstmals ein „Erstcheck NS-Raubgut“ beim Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste erfolgreich beantragt. Sarah-Mae Lieverse untersuchte sechs Monate lang in vier kommunalen Thüringer Museen (Sommerpalais Greiz, Stadtmuseum Camburg, Städtische Museen Nordhausen, Museum642-Pößnecker Stadtgeschichte), ob in ihren Sammlungen Hinweise auf Raubgut aus NS-Zeit vorhanden ist. Die Ergebnisse werden demnächst präsentiert.

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Besuchszahlen der Thüringer Museen 2020

Erfurt, 19. März 2021 – Die Corona-Pandemie hat die Besuchszahlen der Thüringer Museen deutlich reduziert. Doch trotz monatelanger Schließzeiten und ausgefallener Veranstaltungen verzeichneten die Museen mehr als 1,9 Millionen Besuche im Jahr 2020, wie die aktuelle Erhebung des Museumsverbandes Thüringen e. V. (MVT) zeigt. Während der Schließzeiten haben die Thüringer Museen zudem intensiv hinter den Kulissen gearbeitet. Die Sorgen um finanzielle Kürzungen durch die Träger sind aber weiterhin groß.

In den letzten Jahren lagen die Besuchszahlen der Thüringer Museen stets zwischen 3,5 und 4,2 Millionen mit einem weitgehenden Aufwärtstrend. Die beiden Lockdowns seit März 2020 haben diesen beendet. Dennoch sind die Zahlen für 2020 mit über 1,9 Millionen Besuchen höher als erwartet, zumal ca. zehn Prozent der Mitgliedsmuseen keine Zahlen eingereicht haben. Dabei verzeichneten die besuchsstärksten Museen einen deutlich geringeren prozentualen Rückgang der Besuchszahlen als die kleinen und eher wenig besuchten Häuser.

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Museumsverband Thüringen e. V. untersucht außereuropäische Sammlungen in Thüringer Museen

Erfurt, 10. Dezember 2020. – Der Museumsverband Thüringen e. V. (MVT) untersucht zwischen Februar und Juni 2021 die außereuropäischen Bestände ausgewählter Thüringer Sammlungen. Das Projekt schließt damit an den „Erstcheck“ an, in dessen Rahmen der MVT vier Thüringer Museen auf Hinweise auf NS-Raubkunst durchleuchtet.

Seit 1. Februar 2021 bestimmt Friederike Brinker im Auftrag des Museumsverbands Thüringen e. V. die außereuropäischen Objekte im Lindenau-Museum und im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg, im Stadtmuseum Saalfeld und im Schlossmuseum Sondershausen. Da es für diesen Sammlungsbereich in Thüringen nur wenige Fachwissenschaftler gibt, wurden diese Objekte bislang kaum erforscht. Dank einer großzügigen Förderung der Thüringer Staatskanzlei ändert sich das nun.

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Thüringer Museumsheft 02/2020 zum Thema „Entsammeln“ erschienen

Museen sind die Hüter ihrer Objekte. Doch wenn die Depots überfüllt sind, die Objekte von Schaden bedroht sind oder schlicht nicht zum Sammlungskonzept passen, müssen sich Museen auch von Kulturgütern trennen. Wie Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter das Entsammeln unter strategischen, wissenschaftlichen und konservatorischen Bedingungen umsetzen können, erklärt die neue Ausgabe der Thüringer Museumshefte. Die Autorinnen und Autoren zeigen verschiedene Entsammlungsstrategien und die Ergebnisse von Entsammlungsmaßnahmen anhand konkreter Beispiele. Darüber hinaus präsentiert das Thüringer Museumsheft 02/2020 aktuelle Projekte der Thüringer Museen und blickt auf das „Coronajahr“ zurück. Und als neue Kategorie der Museumshefte stellt es in der Rubrik „Personalia“ neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Thüringer Museen und verabschiedet diejenigen, die in den verdienten Ruhestand gehen.

Das Heft finden unsere Mitglieder Ende Dezember oder Anfang Januar in ihren Briefkästen. Online können Sie es hier lesen.

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Empfehlung aus der Geschäftsstelle

Handreichung Kulturelles Erbe digital – eine kleine Rechtsfibel

Kunst- und Kulturinstitutionen beschäftigen sich zunehmend mit der Digitalisierung ihrer Sammlungen, auch und gerade im Angesicht der Pandemie 2020. Dabei spielen nicht nur technische und organisatorische Fragen eine Rolle, vor allem rechtliche Aspekte führen oft zu Unsicherheit bei der digitalen Zugänglichmachung der Daten.

Um diesen Unsicherheiten kompakt zu begegnen, gibt digiS die “Rechtsfibel” in Zusammenarbeit mit iRights und Paul Klimpel als Autor heraus. Darin werden unter anderem konkrete Fragen des Urheberrechts zu verschiedenen Objektgattungen, Lizenzfragen, Persönlichkeitsrecht und Datenschutz, die Online-Präsenation von Digitalisaten und zur Archivierung behandelt.

Die Handreichung soll Mitarbeiter*innen in Kultur(-erbe)einrichtungen ermutigen, sich mit den rechtlichen Fragen bei der Digitalisierung auseinanderzusetzen, indem sie die vielen Facetten dieses Bereichs verständlich darstellt.

Die Handreichung in der aktuellen Fassung ist zu finden unter: https://www.digis-berlin.de/wissenswertes/rechtsfibel/


Erstcheck – Provenienzforschung nach NS-verfolgungsbedingtem entzogenem Kulturgut an vier Thüringer Museen

Anfang September 2020 startete der sogenannte Erstcheck und ist damit der erste seiner Art in Thüringen. Ziel dieser Untersuchung ist es, zu prüfen, ob ein Bedarf an Provenienzforschung zu in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig entzogenen Objekten besteht. Dazu werden verdächtige Objekte sowie solche mit unklarer Herkunft identifiziert. Im Zentrum stehen Stücke, die während der NS-Zeit, also zwischen 1933 und 1945 in die Sammlungen gekommen sind. Im Fall positiver Befunde avisiert der Museumsverband ein Anschlussprojekt, das die Verdachtsfälle klären bzw. eine angemessene weitere Vorgehensweise ermöglichen soll.

Die Provenienzforscherin Sarah-Mae Lieverse wird bis Januar 2021 im Stadtmuseum Camburg, der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, den Städtischen Museen Nordhausen und dem Museum642 – Pößneckner Stadtgeschichte nach diesen Hinweisen suchen. Die vier Museen befinden sich in kommunaler Trägerschaft. Sie sind vor der NS-Zeit gegründet worden bzw. aus Einrichtungen hervorgegangen, die bereits vor der NS-Zeit bestanden. Daher liegt es im Bereich des Möglichen, dass sich in diesen Museen NS-Raubgut unerkannt befindet.

Der Museumsverband Thüringen e. V. erhofft sich zudem Erkenntnisse zur Geschichte des Freistaats und der Museen, ihren Sammlungen und über personelle Verflechtungen der Museumsleiter und der örtlichen Akteure in der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Erstcheck des Museumsverband Thüringen e. V. bildet den Auftakt für eine kontinuierliche und weiterführende Erforschung zur systematischen, flächendeckenden und nachhaltigen Suche nach NS-Raubgut im Freistaat Thüringen.

Die finanzielle Förderung mit Bundesmitteln erfolgt durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.


Museumsverband Thüringen verleiht Bernhard-von-Lindenau-Medaillen an Christa Hirschler und Sabine Hofmann

17. September 2020. – Christa Hirschler, ehemalige Leiterin des Schlossmuseums Sondershausen, und Sabine Hofmann, stellvertretende Direktorin des Lindenau-Museums Altenburg, wurden am 17. September 2020 mit der Bernhard-von-Lindenau-Medaille des Museumsverbands Thüringen ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Residenzschloss Altenburg im Rahmen des diesjährigen Verbandstags des MVT statt. Mit der Medaille würdigt der Museumsverband seit nunmehr 25 Jahren einmal im Jahr Personen, die außerordentliche Leistungen für das Thüringer Museumswesen erbracht haben.

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Thüringisch-Hessischer Museumspreis 2020 an zwei Thüringer Museen verliehen

In diesem Jahr wird der Museumspreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zum zehnten Mal vergeben. Die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt erhält den mit 25.000 Euro dotierten Museumspreis selbst, zwei Förderpreise gehen an das das Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg und das „RadWerk – Kulturstätte am Main“ in Klein-Auheim.

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Digitales Landesmuseum Thüringen gelauncht

Erfurt, 16. September 2020. – Am 16. September 2020 hat der Museumsverband Thüringen gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sein Digitales Landesmuseum Thüringen (DLMT) eröffnet. Zum 100-jährigen Bestehen des Freistaats präsentiert es den digitalen Besuchern einen Ausschnitt aus den Schatzkammern der Thüringer Museumslandschaft.

„Das DLMT ist unser Geschenk an den Freistaat Thüringen zu dessen 100-jährigem Bestehen, an seine Bewohnerinnen und Bewohner und natürlich an alle Interessierten“, erklärt der Präsident des Museumsverbands Thüringen Dr. Thomas T. Müller. „Ein wunderbares Geschenk zum 100. Geburtstag der „Vereinigten Staaten von Thüringen“, nannte Ministerpräsident Bodo Ramelow das DLMT während der Pressekonferenz im Erfurter Angermuseum. Er zeigte sich begeistert von dessen Möglichkeiten für die Vernetzung und Sichtbarmachung der Thüringer Museumslandschaft.

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Die Ausnahmeregelung für Stickstoff kommt!

Unser Einsatz hat sich gelohnt! Es wird nationale Ausnahmegenehmigungen für die Verwendung von Stickstoff bei der Schädlingsbekämpfung geben. Dies haben die knapp 1.500 Institutionen und Einzelpersonen aus der gesamten EU erreicht, die sich im Anhörungsverfahren geäußert hatten. 76% der Stellungnahmen kamen aus Deutschland…

Mehr dazu finden Sie unter https://www.restauratoren.de/die-ausnahmegenehmigung-fuer-stickstoff-kommt/


Änderung der Kassensicherungsverordnung

Seit dem 1.1.2020 gelten neue Vorschriften für „elektronische Aufzeichnungssysteme, die Kassenfunktion haben”. Aus einigen kleinen Museen erreichten uns Anfragen, ob einfache Kassen „in der Schublade“ weiterhin zugelassen sind: Da die neue Verordnung sich nur auf elektronische Aufzeichnungssysteme mit Kassenfunktion bezieht, dürfen sie weiterhin verwendet werden.

Nur mit elektronischen Aufzeichnungsystemen erzeugte Daten müssen durch eine zerti­fizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) gesichert werden. Es besteht eine Pflicht zur Ausgabe von Belegen. Die Kassensysteme und TSEs müssen beim Finanzamt ange­meldet und bei einer Außerbetriebnahme ebenso wieder abgemeldet werden.

Betroffen sind computergestützte Kassensysteme oder Registrierkassen oder Sys­teme, wenn diese der Erfassung und Abwicklung von zumindest teilweise Baren Zah­lungsvorgängen dienen könnten. Dies ist unabhängig davon, ob die Geräte eine Geld­lade haben oder nicht. Können mit einem Gerät Grundaufzeichnungen erstellt werden oder bare Zahlungsvorgänge erfasst werden greift hier die TSE Pflicht.

Das bedeutet, dass auch bei Verwaltungsarbeitsplätzen, an denen Buchungen vorge­nommen werden, die Kassensicherheitsverordnung greift. Hierbei ist es irrelevant, ob die Geräte gemietet, geleast oder gekauft sind, es zählt ausschließlich die Möglichkeit der Nutzung.

Nicht betroffen sind jedoch Fahrscheinautomaten, Fahrscheindrucker, elektronische Buchhaltungs-programme, Taxameter, Automaten oder sonstige Geräte.


Quick Guide Biozide – Kurzinformation für den Verdachtsfall

Aus aktuellem Anlass wurde von der AG Schadstoffe im MVT eine Kurzinformation zum Verhalten bei dem Verdacht auf Biozide im Museum erarbeitet.

Auf zwei DIN A4-Seiten sind in aller Kürze allgemeine Informationen zu Bioziden, Expositionswegen, Vorkommen und Erkennung zusammengestellt. Außerdem werden die Verhaltensregeln im Verdachtsfall, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Schutzmaßnahmen sowie Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, rechtliche Grundlagen und weiterführende Literatur beschrieben.

In ihrem ureigenen Interesse sind die Mitgliedsmuseen bzw. deren Träger angehalten für die Verbreitung der Kurzinformation in ihren Einrichtungen zu sorgen. Entweder indem sie als Ausdruck direkt an die Mitarbeiter verteilt wird und/oder für alle Mitarbeiter sichtbar an zentralen Stellen (z.B. Pausenraum, Umkleide, Depottüren, Zugängen zu Dachstuhl oder Keller u.ä.) aufgehängt wird.

Hinweis: Betroffene Museen/Träger können sich im Verdachtsfall  zuallererst an die Unfallkasse Thüringen wenden, die erste kostenfreie Messungen von Gefahrstoffen an Arbeitsplätzen vornimmt.